Silverstone 2015: Alles was die Formel 1 braucht und auch wieder nicht

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Silverstone 2015 war eins der spannenderen Rennen, wenn auch mit vorhersehbarem Ausgang. Wobei der Anblick des Podiums nur die halbe Wahrheit ist. Gut, Mercedes hat wieder gewonnen, Ferrari wurde mit Vettel dritter. Soweit so bekannt, das war nicht das erste Mal diese Saison.

Vor dem Start hätte ich auch jede Wette auf die ersten beiden Startplätze genauso gesetzt. Doch schon beim Start ging für Mercedes einiges schief, während die Williams, allen voran Felipe Massa sich an die Spitze setzte und lange Zeit sah es so aus, als wenn er eine Siegchance gehabt hätte. Die erste Runde zeichnete sich durch aggressive Zweikämpfe aus und es waren ein paar Ausfälle zu beklagen. Bei der geringen Anzahl von Autos im Feld nicht wünschenswert, aber wo gehobelt wird da fallen Späne.

Nach dem Ende der Safety Car Phase ging es erstmal noch wieder ruhiger zu. Doch dann kündigte sich Regen an. Der Regen begann langsam, also war klar, dass es ein Glücksspiel werden würde. Wer hat den richtigen Riecher und kommt genau zur richtigen Zeit in die Box um Regenreifen aufzuziehen? Kimi Räikkönen jedenfalls nicht. Der lag zu dem Zeitpunkt noch vor seinem Teamkollegen und versemmelte durch einen viel zu frühen Reifenwechsel sein Rennen.

Anders dagegen Hamilton, der im Gegensatz zu Monaco, diesmal den richtigen Riecher hatte und zum idealen Zeitpunkt reinkam. Williams verschenkte durch zu lange Boxenstops viel Zeit. Somit waren dann die Silberpfeile wieder vorne und klammheimlich hatte sich Vettel ebenfalls durch einen gut getimten Boxenstop den dritten Platz gesichert.

Dieses Rennen hatte alles was die Formel 1 braucht um wieder bei den Fans anzukommen. Harte, aber faire Zweikämpfe und ein wenig Glücksspiel durch Regen. Dass am Ende wieder die üblichen Verdächtigen vorne waren, kann man niemandem vorwerfen. Sie haben einfach die beste Arbeit abgeliefert, es hätte auch ganz anders kommen können. Wäre der Regen nach Kimis Stop stärker geworden, hätte er durchaus Chancen auf den Sieg gehabt.

Allerdings hatte das Rennen auch alles was die Formel 1 nicht braucht. Nämlich nur sehr kurze Zweikämpfe. Die Reifen sind einfach nicht haltbar genug um so etwas lange durchzuhalten. Man riskiert, sich die Reifen zu ruinieren und Plätze zu verlieren statt zu gewinnen. Da bleibt man lieber ruhig, hält Abstand, falls möglich und fährt sein Rennen nach Hause. So wird das nichts, wenn der bestraft wird, der für Action sorgt.

Darüber sollte man sich mal Gedanken machen. Die Formel 1 ist eigentlich ein Sprintrennen, sie fahren aber wie auf der Langstrecke. Während die Lansgtreckenrennen wie Le Mans eher wie 24h Sprints gefahren werden. Jederzeit Vollgas. Das macht vielleicht auch den Reiz aus. Die sind immer am Limit unterwegs, während sich das die Formel 1 Fahrer gar nicht leisten kann. Entweder gehen der Sprit aus, oder die Reifen.