Geschlossene Formel Fahrzeug Cockpits

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Nach den tragischen Unfällen von Justin Wilson und Jules Bianchi war der Ruf nach geschlossenen Cockpits für Formel Fahrzeuge wieder laut. Während Bianchi allein schon durch die auftretenden Fliehkräfte wohl auch mit Kanzel nicht überlebt hätte, so wäre Wilson sicher vor schlimmerem bewahrt worden. Andererseits waren beide Unfälle recht unwahrscheinlich. Es war einfach unglaubliches Pech. Eine wenig andere Linie und das Trümmerteil hätte ihn verfehlt Bianchi fuhr unter gelber Flagge gegen den Bergekran. Einen Meter weiter daneben und nichts wäre passiert.

Die FIA hat schon Tests mit Kanzeln, ähnlich denen von Kampfjets durchgeführt und diese noch als zu gefährlich eingestuft. Denn alles was die Bergung eines Fahrer behindert, ist ebenfalls nicht tragbar. Unfälle in denen die Kanzel behindert sind deutlich häufiger, als solche wo sie schützen würde.

In der WEC sind vor einigen Jahren geschlossene Wagen in der LMP1 Klasse zur Norm geworden. In dem Jahr als Audi von offenen zu geschlossenen Wagen umgestiegen ist, passierten in Le Mans einige Unfälle, die ohne Dach deutlich schlimmer ausgegangen währen. So flog ein Wagen Dach voraus gegen die Leitplanke. Eine potentiell tödliche Situation in offenen Cockpits. So etwas wurde auch Greg Moore zum Verhängnis, der am Übergang vom Asphalt zum Gras sich überschlug und äußerst ungünstig in die Mauer einschlug.

Man muss natürlich auch sagen, offene Cockpits sind ja das Prinzip von Formelfahrzeugen. Entweder man hat ein Dach, oder ein Formel Fahrzeug. Man könnte natürlich auch einfach LMP1 Fahrzeuge nehmen, diese leichter machen und das dann Formel 1 nennen. Ich glaube aber nicht, dass es dasselbe ist.

Nach allen Verbesserungen der Sicherheit in den letzten 20 Jahren, die durchaus Erfolgreich waren, ist der Kopf des Fahrers die letzte wirkliche Schwachstelle. Und selbst mit dieser Schwachstelle ist die Wahrscheinlichkeit in einem F1 Auto umzukommen wahrscheinlich noch niedriger als in einem normalen Straßenwagen im alltäglichen Verkehr. Vor allem wenn man die Geschwindigkeiten einberechnet. Motorsport ist und bleibt gefährlich. Das heißt nicht, dass man die Sicherheit nicht verbessern darf, die Frage ist halt, wieviel Sicherheit kann man bekommen und was muss man dafür aufgeben?

man könnte auch sagen, dass es irrsinnig sei in einem Oval mit fast 400km/h zu fahren, ohne Auslaufzonen und mit einer nur leicht gepolsterten Mauer Drumherum. Auf normalen Strecken, wie sie die Formel 1 fährt, ist es recht unwahrscheinlich, dass jemand von einem Trümmerteil getroffen wird. Einschläge von Autos passieren meist so weit außerhalb der Strecke, dass keine Gefahr besteht. Für Kollisionen wurden die Nasen entsprechend angepasst um ein Aufsteigen oder Abtauchend er Autos zu verhindern. Man kann keine 100%ige Sicherheit garantieren, da es immer sein kann, das alle unglücklichen Umstände zusammenkommen. Dann kann auch jemand mit 50km/h gegen eine Mauer fahren und sofort tot sein. Von daher bin ich derzeit gegen geschlossene Cockpits.

Wir werden sehen was die FIA in den nächsten Jahren entwickeln wird. Das Thema ist auch nicht für einen Schnellschuss geeignet, denn, wie schon am Anfang erwähnt, was immer man auch tut, es wird Vor- und Nachteile haben und man muss aufpassen, dass man nicht neue Gefahren heraufbeschwört, die viel wahrscheinlicher sind, als das was man verhindern möchte.